Sonntag, 18. Juni 2017

Adieu Explorer TT


Als ich den Explorer TT bekam habe ich die "5", die auf das Boot geklebt war, drauf gelassen weil es zu dem Zeitpunkt das fünfte Boot in meinem Besitz war. Zwischenzeitlich sind ein paar dazu und auch einige abhanden gekommen. Jetzt verlässt mich auch der PE-Explorer. Er ist jetzt unterwegs in die Schweiz, wo er Stephan und Pia den Einstieg ins Wildwassertandempaddeln erleichtern soll.

Samstag, 17. Juni 2017

Bregi mit/als Rebell

Am zweiten Tag hatte ich das Vergnügen, einen von vier Prototypen des neuen Silverbirchmodells "Rebell" zu testen. Es handelt sich um eine Vorform dieses etwas längeren und schnelleren Wildwassercanadiers, die ein V-förmiges Heck und eine ziemlich lang gezogene Bugpartie hat. Von vorne sieht er - abgesehen von der Länge - nicht anders als das Erfolgsmodell "Covert" aus und auch das Seitenprofil mit den stark eingezogenen Süllrändern gleicht dem des Covert.


Ich stattete das Boot nach einen Frühstück im Wald und einem Kaffee in Lingenau am späteren Morgen mit drei Luftsäcken aus, weil die beiden beiliegenden etwas zu kurz waren. Dann wartete ich auf die vielen Mitstreiter, die sich für 10 Uhr an der Aussatzstelle verabredet hatten. Früh trafen Michel und Ameli ein, von denen ich einen Kaffee schnorren konnte. Später kamen dann Susanne und Martin, die heute ihr eigenes Boot paddeln wollten.

Wir warteten bis Viertel nach Zehn, bemühten uns um Aufklärung, aber das Funkloch, in dem wir uns befanden, ließ diese nicht zu. Später erfuhren wir von einer Planänderung (die am Abend davor noch brüsk abgelehnt worden war). Man hatte sich entschieden, sich in Andelsbuch zu treffen und Klemens und Anita waren davon auch in Kenntnis gesetzt worden.


Wir beschlossen den deutlich höheren Pegel zu nutzen und ab Bezau zu paddeln. Mein Auto blieb an der Aussatzstelle stehen und mit den beiden anderen beförderten wir die vier Boote flussauf. Mein Testboot war sogar länger als Susannes und Martins Tandemboot und ich machte mir allmählich Sorgen, ob es wirklich eine gute Idee war, mit diesem langen Boot die gelegentlich doch etwas verwinkelte Bregenzer Ach hinunterzupaddeln.


Nach den ersten 100 Metern konnte ich jedoch wahrnehmen, dass ich mit dem langen Boot auch in die Kehrwasser kam - es kostete lediglich ein wenig mehr Kraftaufwand und es empfahl sich, leere Kehrwässer zu wählen, weil ich mit dem langen Bug Gefahr lief, meine Mitpaddlerinnen und -paddler plattzuwalzen.


Deshalb fuhr ich auch häufig voraus, besetzte die etwas größeren Kehrwässer und machte Bilder. So auch am Klettergarten, durch den wir mitten hindurch paddelten.


Das Wetter klarte langsam auf und der Regenschauer, der uns an der Einsatzstelle noch überrascht hatte, sollte der letzte für diesen Tag gewesen sein.


Kurz nach dem Klettergarten ist eine ziemlich abschüssige stark verblockte Flusspassage zu bewältigen, die mir schon häufiger Schwierigkeiten bereitet hat. Ich kann mich an die eine oder andere Kenterung erinnern. Diesmal blieb ich verschont - auch weil der Rebell mit seiner Länge über jedes Loch hinweg gleitet und weil ich glücklich genug war, nicht quer vor irgendwelchen Felsen hängenzubleiben. Nicht jede und jeder hatte dieses Glück.


An einer weiteren Stelle, an der sich der Fluss teilt, wählte ich die rechte Route, was sich im Nachhinein als gute Entscheidung erwies. Die linke war so seicht, dass selbst die Kajaks getreidelt werden mussten.


Am Wehr in Andelsbuch wurden wir Zeugen eines Beinaheunfalls. Ein Kajakpaddler, der vorher noch lange das Wehr besichtigt hatte, fuhr es viel zu weit rechts hinunter, kam auf den darunter liegenden Felsen auf und entstieg seinem vom Wasser weg gedrückten Boot auf wundersame Weise unverletzt. Sein Boot konnte er am Abend - als das Wasser wieder abgedreht wurde - hoffentlich wieder bergen.


Wir rauschten weiter die ziemlich braunes Wasser führende Bregi hinab. Der Wasserdruck war erheblich höher als am Vortag und ab und zu bildeten sich große Löcher, über die ich mit dem langen Rebell unschwer hinüber gleiten konnte. Im Prelude hätte ich sie aufwändig umfahren müssen. Manöver in dem langen Boot sind allerdings auch erheblich kraftaufwändiger als im Kurzboot.


Irgendwann trafen wir auch unsere Mitstreiter. Da wir inzwischen einen ganz anderen Rhythmus hatten, hielten wir uns bei ihrer Pause nicht lange auf, sondern paddelten weiter zum High-5, wo wir letztlich etwas zu uns nahmen.


Gegen Ende unserer Pause fuhr die kleine Canadier-Armada an uns vorbei. Es ist schon erfreulich, dass sich so eine große Gruppe Canadierpaddler zusammengefunden hat und an den "Wälder-Kajak-Tagen" teilnimmt.


Wir überholten die Gruppe erneut am Lingenauer Tobel, paddelten dort aber zügig weiter. Der lange Rebell bietet sich auch nicht gerade fürs Kehrwasserhopping oder Surfen und damit langsames Wildwassern an.


An der Aussatzstelle angekommen beraubte ich den Rebell seines zusätzlichen Luftsacks, holte zusammen mit Michel und Martin die Autos von der Einsatzstelle, verlud das Boot und die nassen Paddelklamotten und machte mich auf die Rückfahrt, auf der ich verabredungsgemäß das Boot in Hörbranz bei Alex abgab. Jan holt es sich dort in der kommenden Woche.


Ich bin froh, das Boot ausprobiert zu haben. Grundsätzlich gefällt es mir gut. Es ist sehr fehlerverzeihend. Anfänger werden vielleicht anfänglich mit der schmalen Bootsform Probleme haben, aber wenn die überwunden sind, ist das ein großartiges pfeilschnelles Boot, das trotz seiner Länge noch recht manövrierfreudig ist. Für meinem Bedarf hätte dem Boot ein wenig mehr Kielsprung im Bug und eine leicht nach vorne verlagerte Sitzposition gut getan. Ersteres wird wohl nicht realisiert werden. Die Position kann man als Bootsbesitzer ja beeinflussen.


Die Rückfahrt verlief - trotz deutlich höherem Verkehrsaufkommen - reibungslos.

Nach dem kenterfreien Sočaurlaub und den beiden ebenfalls kenterfreien Tagen an der Bregi habe ich den Eindruck, dass ich nach längerer Paddelabstinenz doch noch ganz passabel wildes Wasser paddeln kann. Weiteren Wildwasserfahrten sehe ich deshalb zuversichtlich entgegen.

Bregi mit Abstimmungsproblemen


Wieder einmal war an Fronleichnam Bregi-Ablass. Neuerdings heißt das "Wälder-Kajak-Tage" und die Veranstaltung zieht sich über 4 Tage. Von den Tübinger Paddelfreunden nahm eine erfreulich große Gruppe daran teil. Unerfreulich war, dass es offenbar nicht möglich war, verbindliche Absprachen mit einem Großteil der Gruppe zu treffen - weder im Vorfeld noch im Verlauf. So kam es, dass ich beide Tage, an denen ich teilgenommen habe, mit der gleichen kleinen Teilgruppe unterwegs war.

Mittels App sollte im Vorfeld noch ein Austausch über den Ablauf stattfinden, in dessen Verlauf mir die karge Information man "treibe sich auch da rum" und man werden eben ins Alphorn stoßen, wenn man mit den anderen Kontakt aufnehmen wolle, schon etwas zu denken gab. Auf die Weise lassen sich schon mal keine Fahrgemeinschaften organisieren.

Deshalb fuhr ich auch am Donnerstagmorgens um fünf alleine los, was trotz des damit verbundenen Negativausschlags auf dem Ökokonto großartig war. Noch nie habe ich so wenig Verkehr auf der Schwäbischen Alp erlebt. Zeitweilig kam ich mir wie in einem Endzeitfilm vor. Ich konnte über die leeren Straßen in aller Ruhe ohne jeden Verkehr im eigenen Rhythmus entlang gleiten. Erst im Allgäu und in Bregenz kam etwas mehr Verkehr auf.

Ich war eine gute Stunde zu früh am verabredeten Treffpunkt, der Aussatzstelle zwischen Müselbach und Langenegg. Aber immer noch später als Klemens und Anita, von denen ich dort gleich eine Tasse Kaffee bekam. Michel und Ameli kamen auch bald dazu.

Die anderen - so erfuhren wir später - hatten ihre Pläne geändert und trafen sich jetzt an der Einsatzstelle in Andelsbuch. Dahin fuhren wir dann also auch unter Zurücklassung eines Rückholautos.


Jan traf ich ebenfalls in Andelsbuch. Mit ihm hatte ich vereinbart, an einem der Tage mal ein/zwei Boote von Silverbirch-Canoes zu testen, für die er gegenwärtig in Festlandeuropa als - sagen wir mal - "Markenbotschafter" fungiert. Er fittete aufwändig einen Covert aus, an dem ich aber gar nicht so sehr interessiert war. Mich reizte der Rebell viel mehr, den ich auch am Folgetag ausgiebig testen sollte.


Unsere Kleingruppe entschied sich dafür, erst noch die obere Strecke ab Bezau anzusehen, die aber leider viel zu wenig Wasser hatte. Deshalb kehrten wir nach Andelsbuch zurück, luden ab, zogen uns um und paddelten los.


Mit von der Partie waren Susanne und Martin, die ebenfalls ein Siverbirch-Boot, die Tandemversion des Covert, ausprobierten. Aber auch Anita und Klemens (der wieder vortreffliche Bilder aufgenommen hat) und Ameli und Michel paddelten mit uns. Die anderen trafen wir irgendwann, durften an Rettungs- und Bergungsaktionen teilhaben, verloren sie aber unterwegs auch wieder aus den Augen.


Zwischenzeitlich schloss sich Roland unserer Gruppe an, weil die ausgiebigen Surforgien seiner Canadiergruppe seine Geduld überstrapazierten.


Das Schrägwehr in Egg sahen wir uns bei diesem niedrigen Pegel erst einmal gründlich an, bevor wir es hinunterrutschten. Die Flugphase am Ende des Wehrs ist bei niedrigem Pegel besonders lang und ein schlechter Aufprallwinkel kann Rückenbeschwerden begünstigen.


Mein Prelude, der ja seit letzter Woche einen Riss hat, blieb trotz dieser Strapazen intakt. Ich bin hoffnungsfroh, dass ich ihn geflickt kriege und noch ein Weilchen benutzen kann. Den für den Folgetag verabredeten Bootstest wollte ich mir dennoch nicht entgehen lassen.


An Outdoorzentrum "High-5" landeten wir an, nahmen Speis und Trank (letzterer gratis!) zu uns und sahen den anderen zu, wie sie munter dem Lingenauer Tobel entgegen paddelten.
An dem trafen wir sie dann auch wieder. Wir entschieden, diese Kernstelle ohne vorherige Besichtigung hinunterzupaddeln. Wir kennen sie ja inzwischen und haben sie schon das eine oder andere Mal bewältigt.


Dennoch blieb die Abfahrt nicht ganz ohne Komplikationen. Es kam zur einen oder anderen Kenterung - auch bei denen, die die Stelle vorab gründlich besichtigt hatten. Aber Menschen und Material wurden zügig geborgen und es kam zu keinen ernsten körperlichen Verletzungen - allenfalls die Psyche bekommt bei diesen Gelegenheiten einen kleinen (aber reparablen) Kratzer.


Nach geraumer Zeit erreichten wir schließlich die Aussatzstelle, an der mir Jan den Rebell überantwortete, den ich am Folgetag testen sollte.


Die Großgruppe veranstaltete ein offenbar vorher verabredetes Grillfest auf der Kiesbank. Wir, die davon nichts erfahren hatten, leisteten ihnen noch ein wenig Gesellschaft, verabredeten uns für den Folgetag auf ein Treffen an der Aussatzstelle und brachen dann zu einem üppigen Menü in einem asiatischen Restaurant in Langenegg auf.


Die Nacht verbrachte ich im Auto in einem ruhigen Stichweg im Wald. Der Regen trommelte aufs Dach, Blitze zuckten über den Himmel und Donnergrollen hallte durch die Bergwelt.


Sundance farewell


Ich trenne mich aus einer Reihe von Grünen von allerhand Booten. Einer der Gründe ist das "allerhand" - es sind einfach zu viele und ich nutze sie nicht mehr in dem Ausmaß, dass ihnen eigentlich zusteht.

Heute hat Björn aus Köln den Sundance abgeholt. Ich habe das Boot natürlich vorher von der Staubschicht befreit, die die Nichtnutzung so mit sich bringt. Bei der Gelegenheit habe ich alle drei 17'X"-Boote nebeneinander gelegt.


Der Prospector der längere Zeit stillgelegt war, weil er im Heck einen Schaden hatte, ist inzwischen repariert. Er ersetzt den pfeilschnellen Sundance und das Expeditionsboot Revelation, das vermutlich auch bald auf den Markt "geworfen" wird (das boot habe ich noch nicht so lang, wie den Sundance - damit verbinde ich noch etwas mehr Leidenschaft, die aber auch allmählich nachlassen wird).


Vom Sundance habe ich noch einmal eine Profilaufnahme gemacht und Björn hat eben noch ein Bild von seiner guten Ankunft in Köln geschickt. Hoffentlich hat er viel Spaß mit diesem Boot.

Dienstag, 13. Juni 2017

Urbanpaddeln

Ich bin ja nun lange keine Neckarinselrunde mehr gepaddelt. Angesichts dessen, dass ich übermorgen wieder aufs Wildwasser will (Bregi-Ablass) dachte ich mir, ich mache mal ein wenig Konditionstraining auf dem dicht frequentierten Neckar.


Lediglich in der Steinlachmündung findet man ein wenig Ruhe.

Auf dem Neckar dagegen ist allerhand los. Die Stocherkahnmannschaften, die am Donnerstag am Rennen teilnehmen, trainieren eifrig und dazwischen tummeln sich Badende, Ruder- und Tretboote,...


Zwei Studentinnen wagten den Sprung vom Indianersteg.

Montag, 12. Juni 2017

Soča 2017: Freitag

Am Freitag splittete sich unsere Gruppe auf. Christian, Hannah und ich hatten uns für den Bunkerschwall entschieden.


Zunächst handelt es sich bei diesem Abschnitt um eine weitere "Wander-" oder "Panoramastrecke".


Dann kommt der relativ kurze aber durchaus intensive Bunkerschwall, dessen Einfahrt schon mal knifflig ist und in dessen Verlauf die eine oder andere Stufe und ein Schlitz zu bewältigen sind.


Ich scheiterte beinahe am Schlitz, weil ich ihn nicht recht traf sondern rechts auf den Felsen auffuhr. Ein beherzter Ziehschlag beförderte mein ausgebremstes Boot wieder in die Strömung und ich tankte ordentlich Wasser, das ich anschließend zur Belustigung der Schaulustigen auf der Hängebrücke wieder auspumpte.


Der Felssturz war bei diesem leicht erhöhten Pegel fast mittig gut zu fahren. Er begünstigt Linkspaddler wie mich, die sich unterhalb gut in die Hauptströmung ziehen können.


Die Einfahrt in die dritte Klamm sahen wir uns von Ufer aus an. Wir hatten beschlossen die Boote durch den vor einigen Jahren frei gespülten Tunnel zu tragen.



Die nachfolgende obere Hausstrecke glich einem Rummelpatz. Zahlreiche Kanuschulen tummelten sich hier und wir trafen wieder auf unsere Restgruppe, ...

...die sich am "Schnulli" vergnügte.




Klemens machte dort Bilder...


...und als er damit fertig war und wieder ins Boot stieg übernahm ich.



Die Menschen- und Kajakmassen nahmen irgendwann überhand und wir brachen auf um die letzten Meter bis zum Campingplatz zu bewältigen.


Weil uns das nicht genug war, schlossen wir spontan noch die Untere Hausstrecke an.




Abend wurde noch zum Abschluss gegrillt, denn am anderen Morgen machten Leonie und ich uns wieder auf den Heimweg.



Der Heimweg (Start morgens um Fünf) war staufrei (zumindest in unserer Fahrtrichtung). Am frühen Nachmittag war ich wieder wohlbehalten zuhause. Lediglich das Boot hat jetzt eine Riss unter dem Sitz. Damit muss ich mich beizeiten mal beschäftigen. Noch klafft nichts auf, aber bei einem weiteren Aufsetzer steht zu befürchten, dass der Riss wandert.